Startup Geeks ist die führende Community für Startup-Gründer in Italien. Ein Feld, das noch in seinen Kinderschuhen steckt und genau deshalb so viele Anhaltspunkte benötigt. In nur einem Jahr haben Giulia und Alessio mit ihrem Startup eine solche Führungsrolle übernommen, weshalb wir bei OfCourseMe den Startup Geeks gerne mit dem vor einem Jahr veröffentlichten Interview mit unserem CEO Davide Conforti unter die Arme greifen. Interessant ist auch, dass alle der im Interview genannten Ziele für 2019 erreicht wurden … aber damit genug mit den Spoilern! Im Folgenden finden Sie den vollständigen Text und das Original finden Sie hier.

Hallo Davide! Für alle, die dich noch nicht kennen, erzähl uns doch bitte ein bisschen über dich und darüber, was du vor der Gründung deines Startups gemacht hast.

Hallo allerseits und danke!

Ich bin 36 Jahre alt, seit über 6 Jahren mit Irene verheiratet und der Vater von Jacopo und Elia. Ich bin Bassist einer Pink Floyd-Coverband und habe an der PoliMi Ingenieurwissenschaften studiert. Vor der Gründung unseres Startups war ich 10 Jahre lang im Bereich der strategischen Beratung und datenintensiven Rollen in einem Scale-up tätig. Ich habe einen analytischen/finanziellen Hintergrund und beschäftige mich jetzt hauptsächlich mit den kommerziellen Aspekten von OfCourseMe.

Francesco, Mitbegründer von OfCourseMe und unser COO, wurde ebenfalls im Jahr 1982 geboren und lebt mit seiner Frau Valentina im wunderschönen Pavia. Er hat einen Abschluss in Geschichte und ist das lebendige Beispiel dafür, wie man sich durch Lernen und harte Arbeit beruflich neu erfinden kann. Francesco ist eine Spitzenkraft im Marketing mit zusätzlichen Kompetenzen im Bereich der Produktentwicklung und des Betriebs und bringt mehr als 10 Jahre Erfahrungen im digitalen Bereich mit.

Was ist OfCourseMe?

OfCourseMe wurde als Indexierungs- und Organisationsplattform für Online-Lerninhalte entwickelt, die von Partnerplattformen zusammengefasst wurden. Das Ziel ist, unseren Nutzern das Auffinden ihres gewünschten Lernpfads in diesem Umfeld zu ermöglichen, in dem es zwar eine große Anzahl hochwertiger Inhalte gibt, die aber völlig unorganisiert, fragmentiert und daher nicht besonders zugänglich sind.

Und obwohl wir den Geist eines B2C-Unternehmens beibehalten haben (und unsere Benutzer auf unserer Website sogar KOSTENLOS 200.000 von uns organisierte Inhalte durchsuchen, ansehen und vertiefen können), haben wir uns besonders auf die Entwicklung und Vermarktung von B2B-Unternehmenslösungen konzentriert, mit denen Lern-/Personalentwicklungsmanager die OfCourseMe-Funktionen in ihre Unternehmenslernumgebung (in Jargon, LMS) einbetten können.

Warum hast du gerade dieses Startup gegründet? Welcher Nachfrage wolltest du damit nachkommen?

Wie so oft haben uns sowohl persönliche als auch geschäftliche Gründe dazu angeregt:

  • Auf der persönlichen Seite: Fra und ich wollten versuchen, nach Jahren des Kampfes in den Schützengräben ein wertvolles und dauerhaftes Unternehmen aufzubauen, dass wir im Einklang mit unseren ethisch-professionellen Prinzipien führen wollten.
  • Was das Geschäftliche anbelangt: In einem Kontext, in dem die durchschnittliche Lebensdauer einer Fähigkeit auf weniger als 5 Jahre gesunken ist (früher waren es mehr als 20 Jahre), müssen die Menschen sich kontinuierlich weiterbilden, um auf dem Arbeitsmarkt relevant zu bleiben; gleichzeitig laufen jährlich ca. 20 % der Belegschaft eines Unternehmens Gefahr, „obsolet“ zu werden: Das ist eine große Herausforderung für alle Unternehmen, die von der Digitalisierung betroffen sind (also alle Unternehmen).

Parallel dazu ist die Anzahl der verfügbaren Lerninhalte aus mehreren Quellen und in mehreren Formaten in den letzten 10 Jahren dank des MOOC-Phänomens und anderer Formate wie Podcasts, E-Books usw. exponentiell angestiegen. OfCourseMe organisiert diese Fülle an einem Ort und macht sie Unternehmen (B2B) und einzelnen lebenslangen Lernenden (B2C) über eine Such- und Empfehlungsmaschine leicht zugänglich, die sich im Verlauf der Verwendung selbst verbessert.

Wie sieht der italienische Markt in dieser Branche aus? Habt ihr Mitbewerber?

Der Referenzmarkt ist die Branche des Corporate E-Learning, in dem seit Jahren mehrere etablierte Akteure vertreten sind, der jedoch nach wie vor kaum konsolidiert ist (viele „kleine“ Akteure): Es gibt Anbieter, die jeweils LMS verkaufen, Kurse herstellen, Beratungsdienste im Lernbereich leisten, sich an Lernfinanzierungsprojekten beteiligen usw.

Wir sehen derzeit keinen direkten Konkurrenten von OfCourseMe auf dem heimischen Markt (vielleicht extrem entfernt LinkedIn Learning?), und das, obwohl einige LMS-Anbieter ähnliche Funktionen entwickeln wie wir, allerdings keine Spezialisten im Bereich des SEO sind und sich auch nicht um die Organisation von Inhalten oder um kuratierte Empfehlungen kümmern.

Tatsächlich erhalten wir viele Partnerschaftsanfragen, da unsere Lösung offen ist und so entwickelt wurde, dass sie in die APIs verschiedener Umgebungen integriert werden kann, um vorhandene Services und Lösungen zu ergänzen und den Kunden keine Kosten für einen Anbieterwechsel aufzuzwingen.

Wie wählt ihr die Plattformen aus, die ihr auf OfCourseMe anbietet?

Basierend auf Anfragen unserer Kunden, der Qualität der Inhalte an ihrer Quelle, der Vielfalt der Inhalte, mobil-freundlichen Quellen und mit dem Ziel einer gesunden Mischung zwischen KOSTENLOSEN und BEZAHLUNGSPFLICHTIGEN Angeboten.

Und wie wählt ihr eure Angestellten und Mitarbeiter aus?

Bisher haben wir nur erfahrene Mitarbeiter eingestellt. Das war von grundlegender Bedeutung, da das Team zu 100 % aus der Ferne arbeitet und wir daher Mitarbeiter benötigen, die wissen, was zu tun ist, und die unabhängig auf ihre Ziele und Ergebnisse hin arbeiten. Wir haben sie gefunden und sie sind phänomenal.

Die persönlichen Merkmale, die wir suchen, MÜSSEN unseren Werten, also unserem Ethikkodex entsprechen: Verantwortung (individuell und kollektiv), Integrität, Transparenz, intellektuelle Demut und Anpassungsfähigkeit.

Was sind eure Ziele für dieses neue Jahr?

Wir haben ein wirklich positives Jahr 2018 abgeschlossen, in dem wir in weniger als 12 Monaten nach der Gründung die Gewinnschwelle überschritten und unseren Service an mehrere große Unternehmen verkauft haben!

Im Jahr 2019 haben wir ein mindestens doppelt so großes Budget.

Die folgenden Faktoren werden entscheidend für unser Wachstum sein:

  • Ein tiefes Eindringen in den heimischen Markt; Testläufe in weiteren ein bis zwei Ländern und einem weiteren Marktsegment;
  • die Einführung eines neuen Produkts im ersten Quartal und die schrittweise Umsetzung von neuen Funktionen;
  • das Hinzufügen von weiteren Inhalten/Quellen zu den 20.000, die wir bereits organisieren.

Was sind die schwierigsten und die befriedigendsten Aspekte eines Jobs wie dem deinen?

Das Schwierigste: Die Minderung der Zyklizität eines Unternehmensgeschäfts und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produkts; der Aufbau einer soliden und unverwechselbaren Unternehmenskultur, in der die Werte deutlich gemacht werden, in denen sich das Team wiedererkennt und die jeden Tag durch das Verhalten aller bestätigt werden müssen (insbesondere, wenn man kritisiert wird oder jemanden abmahnen muss); sich nach Ende des Arbeitstags ganz auf die eigenen Rolle als Ehemann und Vater zu konzentrieren.

Das Befriedigendste: Kunden, die dein Produkt kaufen, es verwenden und mit ihm zufrieden sind; das Team, das an unsere Mission glaubt und ohne Ausreden Verantwortung für Entwicklungen übernimmt; in der Lage zu sein, sofort und bei Selbstfinanzierung zu wachsen (was uns besonders stolz macht).

Welchen Rat würdest du jungen Unternehmern geben, die ein Startup gründen möchten?

Zunächst werden – statistisch gesehen – die meisten der erfolgreichsten Startups/Unternehmen von Menschen über 40 gegründet.

Daher würde ich jungen Unternehmern empfehlen, sich – in aller Demut – zunächst um die Grundlagen zu kümmern, also:

  • die Bootstrap-Fonds einzuwerben,
  • glaubwürdig zu sein (in den Augen von Kunden, Teams, potenziellen Investoren),
  • ein solides Netzwerks zur Förderung der Initiative (= Verkauf) aufzubauen

In der Startphase:

  • Baue ein Geschäft auf, das sofort Geld generiert. Denn, egal, wie viel Geld du von Angel Investors, VCs, Crowdfunding usw. bekommst: Du willst nicht jeden Abend schlafen gehen und nicht wissen, ob dein Boot sich selbständig über Wasser halten kann oder nicht. In dieser Hinsicht gibt einem das Risiko, das man eingeht, wenn man sein eigenes Geld investiert, die „richtige Motivation“.
  • Was man – neben dem Geschäftsmodell, der Strategie, der Markteinführung, der Finanzierung usw. – sofort entscheiden sollte, ist die Frage, welche Kultur und welche Grundprinzipien man sich von dem eigenen Unternehmen erwartet. Was sind zum Beispiel die Grundwerte, bei denen du NIEMALS Kompromisse eingehen möchtest? Wenn dieser Teil fehlt, wird die Kultur deines Unternehmens von den Personen definiert, die du einstellst, und dir fehlt ein entscheidendes Kriterium für die Frage, wen du einstellen, fördern und nicht einstellen solltest.